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Frühpensionierung: So sparen Sie AHV-Beiträge

13.09.2019

Vorsorge – Frühpensionierte müssen weiterhin Geld in die AHV einzahlen. Diese Beiträge können das Haushaltsbudget belasten.

Frauen müssen bis 64 und Männer bis 65 Jahre in die AHV einzahlen – dies auch dann, wenn sie früher in Pension gehen und eine AHV-Rente beziehen. So endet die Beitragspflicht in der AHV erst mit Erreichen des ordentlichen Rentenalters.

Bei jenen, die sich frühzeitig pensionieren lassen, wendet die AHV den Tarif für Nichterwerbstätige an. Als Grundlagen für die Berechnung der Beiträge an die AHV, die IV und die EO dienen das Vermögen und das 20-fache des jährlichen Renteneinkommens (ausgenommen Renten der IV).

Zum Vermögen zählt die AHV:

  • Sparkonten
  • Wertpapiere
  • Liegenschaften
  • übriges verfügbares Vermögen.

Je nach Höhe kann die AHV Beiträge von bis zu 24 100 Franken pro Jahr und Person verlangen. Der Mindestbeitrag beläuft sich auf 482 Franken pro Jahr (siehe Grafik). Hinzu kommen je nach Ausgleichskasse bis zu 5 Prozent Verwaltungskosten.

So können Ehepaare AHV-Beiträge sparen

Um das Haushaltsbudget nicht unnötig zu strapazieren, kann es sich durchaus lohnen zu prüfen, wie sich diese Kosten allenfalls senken lassen.

Nichterwerbstätige müssen zum Beispiel keine AHV-Beiträge zahlen, wenn ihr Ehepartner als erwerbstätig im Sinne der AHV gilt und zusammen mit seinem Arbeitgeber mindestens 964 Franken pro Jahr in die AHV einzahlt.

Diese Regel können sich Ehepaare zunutze machen: Wenn einer der beiden Partner ein Teilzeitpensum beibehält, kann er oder sie unter Umständen seine ⁄ ihre eigenen AHV-Beiträge senken und den Partner von der Beitragspflicht entbinden.

Ein Berechnungsbeispiel
Ein frühpensioniertes Ehepaar verfügt über 800 000 Franken Vermögen und bezieht 110 000 Franken Rente pro Jahr. Für die Berechnung der Beiträge multipliziert die AHV die jährliche Rente mit dem Faktor 20 und zählt das Resultat mit den 800 000 Franken Vermögen zusammen.

Das ergibt in diesem Beispiel 3 Millionen Franken. Der AHV-Beitrag pro Person berechnet sich auf der Hälfte davon, also auf 1,5 Millionen Franken, was einen jährlichen Beitrag von 2973 Franken ergibt. Zusammen bezahlen die beiden Frühpensionierten also 5946 Franken in die AHV ein.

Angenommen, die Ehefrau arbeitet 30 Prozent und erhält dafür 24 000 Franken Lohn pro Jahr. Die AHV Beiträge inklusive Arbeitgeberbeiträge betragen 10,25 Prozent des Lohnes und ergeben in diesem Fall 2460 Franken.

Weil dieser Betrag die Hälfte der Beiträge übersteigt, die sie als Nichterwerbstätige bezahlen müsste (50 Prozent von 2973 Franken), gilt die Ehefrau als erwerbstätig. Ihre Beitragspflicht ist damit erfüllt, und auch ihr Ehemann muss nichts mehr bezahlen, weil ihre Beiträge 964 Franken übersteigen.

In diesem Fall zahlt das Ehepaar also nur 1230 Franken in die AHV ein, die der Ehefrau vom Lohn abgezogen werden. Die andere Hälfte zahlt ihr Arbeitgeber. Demnach beträgt die gesamte Ersparnis 4716 Franken pro Jahr.

Melden Sie den Bezug Ihrer Rente frühzeitig an
Die AHV fordert Sie nicht automatisch dazu auf, AHV-Beiträge zu zahlen. Wenn Sie früher in Pension gehen, müssen Sie sich bei der für Sie zuständigen Zweigstelle als nichterwerbstätig anmelden. Sonst riskieren Sie eine Beitragslücke, die Ihre Altersrente vermindern kann. Spätestens wenn Sie den Bezug der Rente anmelden, wird die AHV das Versäumnis feststellen und die Beiträge der letzten fünf Jahre nachfordern – und zwar samt Verzugszins.

Raphael Ebneter

Raphael Ebneter

Bereichsleiter St. Gallen und Kreuzlingen beim VZ Vermögenszentrum